Rekruten Schule von POR


Sorry Leute…
August 6, 2006, 16:23
Filed under: Information, Militärjournal, Newssnippets

… aber ich liess mir dieses ohnehin kurze Wochenende nicht das Tagebuch meines Militärdienstes verkürzen. Wer erfahren will, wie wenig wir in der 20. Woche gemacht haben, der muss sich mindestens noch eine Woche gedulden. Ich werde diese letzte Woche geniessen und anschliessend mein Tagebuch zu Ende schreiben.

Grüsse Sdt Poyyayil



Woche 19
August 1, 2006, 16:26
Filed under: Militärjournal

Diese Woche war die Übung INTERARMES angesagt. Die Übung sollte die Aktivität einer Feuerleit Batterie (Flt Bttr) im Ernstfall über mehrere Tage hinweg simulieren. Da wir vom FFZ Zug eigentlich gar nicht in die Flt Bttr gehören, sondern Teil der FFZ Bttr sind, waren wir ein Mitbringsel auf dieser Übung und standen wieder einmal zur Verfügung der Übungsleitung. Aber der Reihe nach:

Am Montag bereiteten wir uns auf die Übung vor, wie jedes andere Mal: es gab eine Prontokontrolle! Glücklicherweise ging sie diesmal nicht vier oder fünf Stunden sondern nur eineinhalb. Danach verschob die ganze Batterie von Bière aus in den Raum St.Gallen, nach Brunnadern um dort den Bereitschaftsraum zu beziehen. Da ich wieder einmal Beifahrer war konnte ich die ganze Fahrt mitverfolgen. Respektive, die Teile der Fahrt, bei denen ich nicht geschlafen habe. Unsere Fahrt ging etwa sechs Stunden, wobei wir zwischendurch bei Wangen an der Aare noch eine kleine Pause einlegten. In Brunnadern eingetroffen, machten wir das, was wir immer tun, wenn wir einen Bereitschaftsraum beziehen: gesicherter Halt. Für uns hiess das, einen Beobachtungsposten einrichten, INTAFF Wache halten und einen Meldeläufer zum Batterie Kommandanten schicken. Ich wurde zuerst für zwei Stunden auf den Beobsposten abdetachiert um anschliessend für mehrere Stunden INTAFF Wache zu machen. Wie ich später mitbekommen habe, haben die anderen mich komplett vergessen, weil sie in der Zeit in der ich Wache hatte im Piranha, den ganzen Container ausgebaut haben. Dies mussten wir bereits vorbereiten, weil wir am nächsten Tag einen Bunker, sprich das KP Grosser Verband (KP Gs Vb) beziehen wollten. Viel kann ich nicht über den Standort und die Eigenschaften des Bunkers erzählen, denn der ist ja geheim… Nur soviel: von aussen sieht er aus wie ein kleines Bauernhaus an einem Hang. Sobald man jedoch drin ist, fallen einem die metallenen Drehgitter und die militärische Zutrittskontrolle auf.

Um den Bunker weiterhin so geheim wie möglich zu halten, wird der militärische Verkehr zum Bunker möglichst gering gehalten. Für uns bedeutete das, dass wir 10 Minuten Zeit hatten um den ganzen Iveco Lastwagen mit sämtlichem Material aus dem Container auszuladen und im Bunker unterzubringen. Als wir das geschafft hatten, began die eigentliche Arbeit des Bunkerbezugs. Ich fühlte mich ins erste Lehrjahr als Informatiker zurückversetzt. Ich musste wieder wie damals unter den Tischen herumkriechen und Kabel verlegen. Natürlich die obligate Zugsentlastung nicht vergessen, denn sonst könnte man ja aus Versehen ein Kabel mit dem Fuss ausziehen! Nach circa zwei Stunden hatten wir unsere Stationen wieder auf einem betriebsfähigen Zustand gebracht. Jetzt konnten wir uns entlich die wohlverdiente Pause gönnen. Leider musste immer jemand bei den Geräten bleiben und diese be- und überwachen um auf allfällige Nachrichten oder Fehlermeldungen reagieren zu können. Diese Überwachung hielt auch in der Folgezeit weiter an. Somit waren wir gezwungen, in einem zwei Stunden Rhythmus zu leben: zwei Stunden Wache schieben, zwei Stunden schlafen. Und das 24 Stunden am Tag über zweieinhalb Tage hinweg… Die einzige Abwechslung die wir wirklich hatten, waren die Standorte der Wache. Mal im Bunker selbst, mal im Piranha, mal im Funk ASU (ein kleiner zwei auf 4 Meter Bunker mit den Funkgeräten drin)…

Wir waren alle froh, als wir am Donnerstag wieder abbauen und zusammenpacken konnten. Leider hatten wir auch hier ein kleines Zeitfenster um die ganze Ware wieder in den Iveco Lastwagen zu verfrachten. Zum Glück halfen uns noch ein paar umstehende Soldaten beim Verladen! Sonst hätten wir das nicht in einer viertelstunde verladen können. Vom Bunker aus verschoben wir am Donnerstag wieder weiter in das Dorf Tännikon (bei Aadorf). Dort bezogen wir einen Retablierungsraum um den Container wieder einzurichten und das ganze Material auf Mängel und Vollständigkeit zu überprüfen. Für das Anschliessen der Kabel im Container meldete ich mich freiwillig, weil ich im Vergleich zu den anderen relativ klein bin und mich einigermassen im Gestell bewegen konnte. Wie das aussah kann man hier sehen.

Als wir die Fahrzeuge komplett retabliert und gereinigt hatten, hatten wir Zeit für uns selber. Duschen gab es sogar in dieser Anlage. Ganze zwei Stück. Mit eiskaltem Wasser… Aber da es kein Warmwasser gab, wurde auch nicht all zu lange geduscht und so bekamen alle die Chance sich etwas frisch zu machen für den kleinen Ausgang der uns im Anschluss versprochen wurde. Das versprechen wurde auch für die meisten eingehalten, ausser denjenigen welche die Wache sicherstellen mussten. Und zu dieser Gruppe zählte auch ich… Somit hiess es für mich wieder einmal im Drittelsprinzip schlafen. Zwei Stunden Wache (während denen ich döste), zwei Stunden Reserve (in denen ich schlief) und zwei Stunden Ruhezeit (in denen ich ebenfalls schlief). Alles in allem schlief ich gar nicht so wenig, bloss der Umstand das ich alle zwei Stunden den Standort wechseln musste war etwas anstrengend…

Dieses Schlafmanko machte sich am nächsten Tag wieder bemerkbar, als wir die Rückfahrt nach Bière antraten. Ich war wie üblich Beifahrer im Duro. Aber diesmal habe ich als Beifahrer kläglich versagt, den ich habe mehr als die Hälfte des Weges gepennt… Glücklicherweise ist das nicht all zu vielen Leuten aufgefallen!!

Nach der Ankunft in Bière war die Motivation auf einem absoluten Tiefpunkt. Wir wurden informiert, dass wir nach der Standartenübernahme die am Nachmittag stattfinden sollte, auch noch einen Patton machen würden. Eigentlich hatte es am Anfang der Woche noch geheissen, dass wir dank der Standartenübernahme gar kein Marsch hätten. Denn es war ein 25Km Marsch geplant gewesen… aber alles der Reihe nach. Wie schon erwähnt, fand am Freitag Nachmittag eine Standartenübernahme statt. Diese wurde von den Stabsoffizieren veranlasst, die mit uns zusammen im Bunker die Übung INTERARMES bewältigt hatten. Sie wollten eben die Flage der Schule übernehmen. Für uns Soldaten war es das selbe wie schon in der ersten Woche in Frauenfeld. Drei Stunden rumstehen für nichts und wieder nichts, danach Achtungstellung und zehn Minuten Marschmusik während eine Fahne von einem Ende zum anderen Ende der vier Batterien getragen wurde… Richtig militärisch sinnlos…!

Als das ganze Theater vorbei war, startete endlich der Patton. Nur das die meisten zu diesem Zeitpunkt schon wussten, dass es gar kein richtiger Patton werden würde, sondern der Auftakt zum Batterie Abend. Und so kam es auch. Nach circa eineinhalb Kilometern hiess es allgemeines Halt und reintreten in die Infanterie Ruinen. Dort warteten wir, bis die Küche unser Essen vorbeibrachte und gleich noch ein wenig Bier mitlieferte um die Stimmung wieder ein bisschen zu heben…



Woche 18:
July 23, 2006, 12:56
Filed under: Militärjournal

Diese Woche war immerhin etwas abwechslungsreicher als so manch andere hier in Bière… Angefangen hat sie mit einer riesen Euphorie meinerseits als ich den Wochen- und den Wachplan angeschaut habe. Geplant war, dass wir eine Übung von Mittwoch bis Freitag haben würden. Für ebendiese Zeit war ich jedoch mit zwei anderen aus meinem Zug auf der Wache eingeteilt gewesen. Das freute mich denn das wären dann drei relativ leichte Tage gewesen. Leider war unser Zugführer damit nicht ganz einverstanden und veranlaste, dass nur einer von unserem Zug auf die Wache eingeteilt wurde. Und das war dann nicht mehr ich…
Wie dem auch sei, ich habe ja schon erwähnt, dass diese Woche mal etwas anderes bereit hielt: nämlich HOK. Häuser und Ortskampf. Hierfür verschoben wir für zwei Tage nach Le Day, das etwa eine Stunde Autofahrt von Bière entfernt liegt. Dort fanden wir uns in einer Stadtruine, wie sie die Infanterie für die Ausbildung benutzt, wieder. Es waren verschiedene Gebäude errichtet worden. Alles vom simplen Einfamilienhaus mit acht Zimmern bis zur riesigen Fabrikhalle mit verwinkelten Treppen und Gängen.
Wir wurden dort ein die Grundsätze des HOK eingeführt. Zum Beispiel, wie man vorgeht wenn man ein Haus stürmen möchte. Bei uns aus der Artillerie wurde dann gescherzt, dass wir es nicht nötig hätten Häuser zu stürmen. Wir würden sie einfach platt machen… Item, Häuser werden wenn immer möglich mit drei Trupps à 4-8 Personen gestürmt. Je ein Trupp deckt die linke- (rote-) und einer die rechte- (grüne-) Seite des Hauses ab. Die Frontseite (weiss) wird vom dritten Trupp gestürmt. Die Hinterseite wird mit schwarz bezeichnet. Alles in allem war das ganze recht trockene Materie, bis wir es wirklich ausprobieren konnten. Ähnlich verhielt es sich bei der Ausbildung beim erkunden von Treppen und sichern von Räumen oder Stockwerken. Das interessanteste am Ganzen war, dass wir beide Tage mit sogenannten “SIM-Gstältli” gearbeitet haben. Das sind kleine Westen mit elektronischen sensoren drauf. Ein weiteres elektronisches Gerät wird auf dem Gewehr befestigt. Dieses sendet bei jedem “Schuss” mit einer Platzpatrone einen Laserimpuls aus. Wenn ein solcher Laser auf den Sensor einer Weste trifft, fängt diese zu pfeifen an. Der Träger der entsprechenden Weste ist dann “tot” und muss sich hinlegen damit das Pfeifen aufhört.
Das waren die zwei Tage in Le Day. Nachdem wir das ganze Material wieder ordnungsgemäss zurückgegeben haben, sind wir auch wieder nach Bière zurückgekehrt um uns wieder unserer eigentlichen Arbeit zu widmen. Aber nicht, ohne vorher einen wohlverdienten FAK Ausgang zu geniessen. Ich und elf andere entschieden uns, einmal ein Fondu Chinoise à discrétion zu essen. Das war wirklich eine sehr gute Idee!!!
Am Mittwoch Morgen starteten wir um 05:30 Uhr in die Übung Lightning. Das hiess zuerst wieder einmal auf dem Parkplatz eine Prontokontrolle und dann warten, warten, warten… bis endlich mal unser Marschpaket abfahren durfte. Wir durften am Abend um 17:00 Uhr losfahren. Also fast 12 Stunden nachdem wir auf dem Platz bereit standen. Die ganze Zeit dazwischen haben wir mit Lesen, nichts tun und im Schatten schlafen verbracht. wie schon bei so manch anderer Übung.
Als wir endlich in unserem Ziel ankamen, war es schon spät. Unser Standort für die Übung war in einem Schafsstall auf einem Bauernhof. Dort mussten wir die Fahrzeuge neben Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Geräten unterbringen und notdürftig tarnen. Zudem mussten wir noch vier Antennen auf der Schafweide aufstellen (ich hoffe doch sehr, dass sich kein Schaf an den Abspannseilen verletzt hat :-o ). Sobald das erledigt war, kam der mühsame Teil der Übung. Wir mussten mit relativ wenig Leuten 24 Stunden am Tag die Wache sicherstellen. Das heisst zwei Personen auf dem Beobachtungsposten, einer im Container auf INTAFF/Funk Wache und einer im Piranha auf INTAFF/Funk Wache. Da unsere Fahrer in jeder Nacht mindestens sechs Stunden am Stück oder zweimal vier Stunden am Stück schlafen mussten, weil sie sonst nicht fahren durften, bedeutete dies für den Rest erheblich viele Stunden auf einem Wachposten… Nur allzu wach waren wir nicht immer auf diesen Posten. Vor allem in der Zeit zwischen 01:00 Uhr Morgens und 05:00 Uhr Morgens wurde mit geschlossenen Augen Wache geschoben. ;-)
Immer mal wieder kam ein Adjutant vorbei im Container und verlangte von dem jeweiligen Soldaten der gerade Wache hatte, dass er eine Meldung über das Netz rausschicke. Diese Meldungen hatten oftmals zur Folge, dass eine andere Gruppe ihren Standort verschieben musste oder dass ein C-Alarm mit C-Vollschutz als Folge ausgelöst wurde. Wir vom FFZ Zug blieben von dem ganzen jedoch weitgehend verschont, weil wir wieder einmal “zur Verfügung der Übungsleitung” standen… :-) Es hat eben nicht nur Nachteile, wenn man immer mit dem höheren Kader im selben Fahrzeug sitzt…
Am Freitag Morgen war die Rückfahrt dann angesagt. Nachdem alles zusammengepackt wurde konnten wir wieder ein bisschen warten (nur zwei Stunden diesmal). Als wir endlich wieder in Bière ankamen, hiess es wieder einmal warten. Wir retablierten alles Material das wir benötigt hatten (sprich wir mussten die Schafswolle von den Abspannseilen kratzen und die Heringe von den Erdklumpen befreien). Nachdem wir noch ein Feedback und eine kurze Kritik zu unserem Verhalten während der Übung erhielten, wurden wir auch noch über die Übung Interarmes nächste Woche informiert. Was so im groben die Aktionen des “Feindes” seien (diesmal sind es die Deutschen die in den Raum St.Gallen einfallen), wo in etwa unsere Standorte sein werden und auf welcher Route wir dahin kommen. Wir vom FFZ Zug scheinen wieder einmal die glücklichen zu sein. Wir beziehen am zweiten Tag einen Bunker und werden soweit ich das verstanden habe, die ganze Woche dort bleiben. Aber mehr dazu nächste Woche.
Da die lieben Leute von unserem Kader nicht wollten das wir zuviel Freizeit bekommen, mussten wir am nachmittag noch etwas Sport treiben und entweder Fussball oder Unihockey spielen.
Das war auch schon wieder das Ende dieser Woche. Nun fehlen uns nur noch 3 Wochen… Ich hoffe die Zeit geht schnell vorbei! Ich freue mich nämlich schon wieder aufs Arbeiten und vor allem auf die Ferien die ich noch gebucht habe!



Videos der Woche 17
July 16, 2006, 12:07
Filed under: Information

Die Videos der Woche 17 habe ich mit meinem Handy aufgenommen. Deshalb die schlechte Bildqualität und miese Bild/Ton Synchronisation. Um die Videos anzusehen benötigt man den Quicktime Player oder dessen werbefreie Alternative.



Woche 17
July 16, 2006, 11:59
Filed under: Bilder der Armee, Militärjournal

Die Kurzfassung:
Montag 11:45 Uhr einrücken. Prontokontrollen auf dem Parkplatz P18. Warten, warten, warten … Mit 3 Stunden Verspätung in Richtung Bure im Jura losfahren. Autobahn gesperrt. Umweg auf Haupt und Nebenstrassen fahren. Ankunft in Bure um 23:30 Uhr. Nachtessen um 00:30 Uhr. Zimmerbezug, ABV und Lilö um 02:30 Uhr.
Dienstag Übung Castello. Container und Führungsstaffel aufstellen. Warten, warten, warten … Verschiebung der Fahrzeuge. Tarnen und gesicherter Halt. Vier FA-235/m (Antennen) aufstellen. Beobachtungsposten einrichten. Biwak aufstellen. Funk und INTAFF Wache für sechs Stunden… In der Nacht schlafen auf dem Iveco Lastwagen (wozu den Biwak aufstellen?!?!) und Funk Wache resp. Beobachtungsposten. Schlafzeit: vier Stunden.
Mittwoch Übung geht weiter. Abwechslungsweise Funkwache im klimatisierten Container und schlafen im Schatten unter dem Iveco Tarnnetz. Übung dauert an bis 18:30 Uhr. Zeitweise ist es zu heiss zum schlafen. Deshalb spielen wir karten… Am Abend haben wir den kleinen Ausgang. Insgesamt 45 Minuten Zeit um im Maison du Soldat auf dem Kasernen Gelände ein bis zwei Bierchen zu trinken (oder aber auch mehr bei gewissen Personen…)
Donnerstag Inspektion. Im Rahmen dieser Inspektion mussten wir nochmals das selbe machen wie in den vergangenen zwei Tagen. Für uns hiess das wieder in Stellung fahren mit den Fahrzeugen. Antennen aufstellen. Funk und INTAFF überwachen und warten, warten, warten, warten … Angeblich sind irgendwo noch zwei Oberst herumgefahren und haben die Inspektion durchgeführt. Davon haben wir aber nichts mitbekommen. Wer nicht abdetachiert wurde auf die Wache irgendwo, lag im Schatten und versuchte der Hitze und den Fliegen zu entrinnen. Am Abend hatten wir den grossen Ausgang. Wir wurden allesamt nach Porrentruy gefahren und konnten uns dort zwei Stunden lang austoben. Für mich und meine Kollegen hiess das, eine feine Pizza geniessen und Bier trinken…
Freitag war der Tag der Rückkehr. Konkret hiess das, Kaserne reinigen und retablieren. Materialkontrollen bei den Fahrzeugen und anschliessend Prontokontrollen vor der Abfahrt. Bei den Prontokontrollen wurden wir darauf hingewiesen, dass bei einem Schiesskommandanten Fahrzeug eine Kiste fehle. Eine Kiste im Wert von 120′000.- CHF. Darauf folgte SBG (suchen bis gefunden). Da keiner von uns in die Suchtrupps eingeteilt wurde, hiess es für uns wieder einmal warten, Pause machen und der Sonne und Hitze entfliehen. Nach fünf Stunden erfolglosem Suchen war die Militärpolizei auf dem Waffenplatz und wollte das gesammte Material kontrollieren. Alles Material von den Fahrzeugen laden und das gesamte persönliche Material auf der Zeltblache auslegen. Nachdem die MP überzeugt wurde das auch wirklich niemand die Kiste in seinem Rucksack versteckt hatte, durften wir endlich losfahren. Geplante Abfahrtszeit: 11:30 Uhr. Reelle Abfahrtszeit: 20:00 Uhr. Ankunft in Bière ca. 01:30 Uhr. Lilö um 02:00 Uhr. Wegen dieser verspäteten Ankunft in Bière am Vorabend, mussten/durften wir am Samstag morgen eine Stunde länger schlafen und hatten somit auch eine Stunde später Abtreten…

Die Langfassung:
Ihr glaubt doch nicht ernsthaft daran, dass ich hier noch mehr Senf dazu gebe?!?!? Es war doch wirklich eine etwas eintönige Woche oder nicht?? Und ausserdem bin ich bei der Kurzfassung etwas ausführlicher gewesen als ich das am Anfang geplant habe…. Für alle die jetzt enttäuscht sind und mehr zum Ablauf im Militär wissen wollen, habe ich hier einen Ratschlag: Geht doch selbst in die RS resp. in den WK (ich denke es wird dort nicht anders zu und her gehen…)

Es grüsst,
Soldat Poyyayil aka Soldat Baba



Woche 16:
July 9, 2006, 20:22
Filed under: Militärjournal

Es ist endlich wieder einmal Wochenende… Obwohl, dieses Wochenende ist schon sehr kurz geraten. Wir hatten ja gestern unseren Besuchstag und der ging nun mal halt bis am Nachmittag um 16:00 Uhr. Deshalb werde ich mich hier auch sehr kurz fassen. Aber der Reihe nach.

Angefangen hat die Woche mit praxis bezogenen Theorieblöcken. Das heisst, wir lernten wie man die ganzen Geräte aus dem Container ausbaut und in einem Bunker wieder aufbaut. Nebenbei wurden wir auch noch informiert, dass wir ebendies in der 6. VBA Woche, dass heisst in der 19. RS Woche im Raum St.Gallen machen werden. Dafür mussten wir einen Zettel ausfüllen mit unseren Personalien, anhand dessen die Militärs unser Strafregister prüfen können. Schliesslich ist dieser Bunker streng geheim und sie wollen ja nicht irgendwelche Verbrecher dort rein lassen…

Wie schon letzte Woche angekündigt fand diese Woche auch die IFO Bravo statt. Im Grunde genommen war es das selbe wie schon die IFO Alpha von der letzten Woche. Die Übung begann mit einer Prontokontrolle der gesammten Batterie. Das heisst, der Major wollte bestätigt haben, dass auch wirklich jede Feldflasche mit Wasser gefüllt war und alle das nötige Material dabei hatten. Schlussendlich sind wir von 07:30 bis 11:00 Uhr auf dem Parkplatz neben unseren Fahrzeugen gestanden und haben gewartet… Als dann die eigentliche Übung los ging, merkten wir, dass das einzige was sich gegenüber der IFO Alpha geändert hatte, der Standort war. Wir übten jetzt nicht mehr auf dem Parkplatz sondern in einem Waldstück 10Km ausserhalb von Bière. Die Übung dauerte den ganzen Dienstag bis spät in die Nacht, als wir endlich unsere Biwak aufstellen durften. Das Biwakieren war eine Qual. Dadurch, dass wir so wenige sind in unserem Zug, mussten die meisten von uns zwei Mal in der Nacht auf Patrouille gehen. Aber das schlimmste am ganzen waren die Mücken. Man konnte nicht mal aufs Klo gehen, ohne dass einen gleich fünf dieser Mistviecher ins Visier nahmen…

Am Mittwoch Morgen ging die ganze Parade nochmals weiter, diesmal jedoch im AC Bereitschaftsgrad 2. Das heisst im Tenue C-Teilschutz. Und diese Klamotten sind immer noch verdammt heiss… Das einzig positive an der Übung war der C-Alarm der Morgens um 06:30 Uhr ausgelöst wurde. Dadurch, dass wir die Schutzmaske und Gummihandschuhe tragen mussten, konnten uns die Mücken nichts mehr anhaben. :-) Als wir gegen 12:00 Uhr endlich zum Kasernen Parkplatz zurückkehrten wollten wir alle nichts anderes mehr als eine kühle Dusche. Leider wollte es der liebe Herr Major noch etwas in die Länge zögern indem er das gesammte persönliche Material auf vollständigkeit kontrollieren liess. Als das erledigt war gabs endlich mal was zu essen. Büchsen Jonny (Chili con Carne) auf dem Parkplatz aus der Gamelle. Leider mussten wir die Bohnen ohne Brot essen. Auf Grund des C-Alarms war dieses nämlich “verseucht” und musste “entsorgt” werden… Jaja das liebe Militär mit seinen Regeln und Vorschriften… Nach dem Essen gabs eine Material Kontrolle der Fahrzeuge (alles ausladen und kontrollieren) und eine Reinigung der Fahrzeuge (das war dann Sache der Fahrer). Am Abend wurden wir endlich in unseren wohlverdienten Ausgang entlassen.

Der Donnerstag war wieder ein Tag im Zeichen der Praktischen Ausbildung. Da wir wieder einmal mit dem Uem Zug zusammenarbeiten mussten, lernten wir das Gebirgszelt der Relais Stationen kennen und mussten es gleich ein paar Mal aufstellen. Am Nachmittag wurde uns noch die Feldküche der Relais Station gezeigt und erklärt (dies ist ein grosser Notkocher, dies ist eine Pfanne, etc…). Um zu prüfen ob wir auch wirklich aufgepasst hätten durften wir am Abend gleich eine solche Küche benutzen um unser Abendessen zuzubereiten. Wir teilten uns auf eine eine Kochmannschaft und eine Abwasch Equipe. Ich gehörte zur Kochmanschaft und durfte helfen, Schweinsgeschnetzeltes an brauner Sauce mit Gemüsereis zuzubereiten. Es war anscheinend gar nicht so schlecht, denn niemand beklagte sich über Bauchschmerzen und Reste gab es auch keine…

Den ganzen Freitag widmeten wir der Vorbereitung des Besuchstages. Wir erstellten die Plakate für unseren Posten, sowie Hinweisschilder die im Gelände platziert werden mussten (Rauchfreie Zone, Raucher Ecke, UK betreten verboten, etc.). Danach mussten unsere Fahrzeuge nochmals gereinigt werden und schliesslich auf dem Parkplatz aufgestellt werden. Dort begannen wir auch schon unseren Posten einzurichten. Am Samstag war ja dann unser grosser Tag. Es kamen bei weitem nicht so viele Personen wie sich der Schulkommandant erhofft hatte, aber es waren mir dennoch zu viele. Von allen Personen die an unserem Posten vorbei kammen interessierte es die wenigsten, und die die es interessierte, die hatten mehr Ahnung von der Sache als wir selber… Nach dem Artillerieschiessen, das einen Teil des Morgenprogramms darstellte, fand die Batterie Präsentation statt. Anschliessend an die Präsentation mussten wir alle davonlaufen um zu zeigen wie fit wir alle sind. Leider hatte ein neuenmal Klug ein Absperrband auf einem knappen halben Meter Höhe neben uns gespannt und über dieses sind dann ein paar Soldaten und ein Lieutnant gestolpert. Ich war einer dieser Soldaten… Beim Sturz habe ich mir eine kleine Schürfwunde am linken Unterarm und eine üble Prellung an der rechten Hand/Handgelenk zugezogen. Um ca 14:00 Uhr begannen wir mit dem Abbau unseres Postens und den allgemeinen aufräumarbeiten… Schlussendlich war das ganze ein bisschen eng bemessen mit der Zeit, denn um 15:30 Uhr war bereits HV und abtreten in den Urlaub.



Woche 15
July 2, 2006, 11:47
Filed under: Bilder der Armee, Information, Militärjournal

Je länger ich dieses Tagebuch schreibe, desto mehr bereue ich, dass ich die RS nicht im Winter gemacht habe… Denn jedes mal wenn ich mich hinsetze um zu schreiben, sehe ich wie draussen die Sonne scheint und ich eigentlich viel lieber am Rhein sitzen würde um mich ein wenig zu bräunen (ich habe das ja soooo nötig!!).

Aber zurück zum eigentlichen Thema:
Diese Woche war ziemlich eintönig. Wir erinnerten uns noch sehr genau daran, was uns ein gewisser Stabs Adjutant aus Frauenfeld immer gepredigt hatte: In Bière währen wir dann die Spezialisten! In Bière währen wir Einzelkämpfer. In Bière wäre niemand der uns helfen würde!! Und allem vor an, in Bière hätten wir keine Zeit um bloss herumzu sitzen und Däumchen zu drehen… Hierzu gleich mal ein paar Bilder die das bestätigenPOR Arbeitend

POR Arbeitend

Chris

Aber es war nicht immer so… Wir hatten auch Übungen wo wir etwas mehr machen mussten. Dies war zum Beispiel die Übung IFO Alpha (Spitzname SOMAS). IFO ist eine französische abkürzung und ist gleichbedeutend mit VBA (Verbandsausbildung…. oder so…). Alpha, dass kennen alle Funker aus dem Funkalphabet, steht einfach für den ersten Schritt. Nächste Woche folgt dann noch die IFO Bravo… Aber zurück zur Übung. Wie schon erwähnt, hat die Übung den Spitznamen SOMAS. Auch dies ist eine militärische Abkürzung und steht für Sofort Massnahmen. Angenommen unser Zug (insgesammt drei Fahrzeuge) ist unterwegs und wird auf einmal durch feindliche Truppen auf der Strasse überrascht. Dann kommt sofort der Befehl “Strasse frei und Fuchs ins Loch” (in der Übung war es nur das vorher vereinbarte Stichwort “Caramba”). Das bedeutet, dass alle Fahrzeuge sofort von der Strasse ins Gebüsch verschwinden müssen. Alle Insassen springen raus und übernehmen die Aufgaben der Fahrzeuggrobtarnung und der Fahrzeugsicherung. Das bedeutet grob, alle Scheiben und Spiegel werden mit einem Tarnnetz abgedeckt und die Soldaten postieren sich unter dem Fahrzeug bis weitere Befehle kommen. Dies wurde auch ein paar mal geübt in dieser Woche.

Etwas anderes dass die ganze Woche immer wieder angedroht wurde, aber nie wirklich stattfand ist der Skorpio Alarm. An manchen Abenden waren wir uns so sicher, dass es einen Alarm geben würde, dass wir alle den Wecker gestellt hatten um pünktlich wach zu sein… aber schlussendlich gabs wieder keinen Alarm und wir konnten alle weiterschlafen.

Als krönenden Abschluss dieser Woche gabs dann noch einen kleinen Abendspaziergang: den 20km Marsch. Klingt zwar ganz einfach, war es aber nicht. Ich weiss nicht, warum dieser Marsch dermassen anstrengend war, ich weiss nur, dass ich ihn fast nicht durchgestanden hätte… Dies war der erste Marsch, bei dem ich Blasen an den Zehen gekriegt habe. Muskelkater habe ich jetzt noch. Und zwar an Stellen, an denen ich nicht mal wusste, dass ich überhaupt Muskeln habe….

Für all diejenigen die sich interessieren, was wir in Bière so alles machen und wie das Aussieht, ist nächste Woche der Tag der offenen Tür. Das Programm sieht wie folgt aus:

Am Samstag, den 08. Juli 2006 stehen ab 0900 Parkplätze für Besucher vor der Kaserne zur Verfügung. Um 0914 kommt der Zug in Bière an, von wo aus ein Transport bis zur Kaserne organisiert ist. Um 1000 werden die Besucher vom Schulkommandanten in Empfang genommen und das Programm beginnt mit einem Artillerieschiessen. Danach können sich die Besucher frei auf dem Kasernen gelände bewegen und die einzelnen Posten besuchen. Wer meine Batterie finden möchte, muss einfach dem Wetterballon am Himmel folgen!! Das ganze dauert bis ca 1600 wobei um 1230 ein Mittagessen mit eingerechnet wurde. Ich habe profilaktisch mal 5-7 Leute angemeldet die evt. kommen werden. Wenn sich niemand auf den langen Weg machen möchte, kann ich dass jedoch auch verstehen…

So und das wars von dieser Woche, denn jetzt gehe ich mich im Rhein abkühlen.

Meld mi ab, Sdt Poyyayil



Woche 14:
June 25, 2006, 13:52
Filed under: Militärjournal

Auch hier bloss Stichwortartig meine letzte Woche:

  • Einrücken am Dienstag Nachmittag
  • Einschreiben und Einteilung in die Züge und Batterien (FFZ Zug :: Flt/FFZ Bttr)
  • Materialfassung und Kontrolle
  • Zimmerbezug
  • Theorie zu den nächsten acht Wochen.
  • Fahrzeug Fassung: der Container
  • Unterricht zum Thema Patrouillieren und Formationen
  • Zugschule mit sechs Personen (unser Zug hat 10 Mann [eigentlich 9 Mann und eine Frau: den Zugführer])
  • Schuhe putzen mit Zeitlimiten (20 Sekunden zum Schuhbändel rausnehmen, 10 Minuten zum putzen)
  • 48 Stunden auf der Wache (4 Kilometer Patrouille zu Fuss / 10 Km mit dem Fahrrad)
  • Jeweils 3 Stunden Wache dann 3 Stunden Pause
  • Während wir auf der Wache waren hatten die Anderen eine Inspektion (U Pronto) und die Übung We can do it (Scorpio tre und 18 Km Lastenmarsch) sowie auch den ersten FAK Ausgang in Bière
  • Scorpio tre heisst innert 15 Minuten aus dem Tiefschlaf in voller Bereitschaft auf dem Appellplatz, innert 45 Minuten die Fahrzeuge aufgestartet und betriebsbereit, innert 75 Minuten die Fahrzeuge im Bereitschaftsraum
  • Der Lastenmarsch hatte spezielles Gepäck: Jedermann den eigenen Rucksack vollgepackt (Gewicht 25-30Kg), pro Zug eine Sanitätsbare, zwei Wassersäcke à 10 Liter und ein Funkgerät.
  • Am Samstag Morgen um halb 8 Abtreten
  • Abfahrt Bière 07:53 Uhr
  • Ankunft Schaffhausen 12:50 Uhr

Nochmals entschuldigung dass ich diese Notitzen nicht ausführlicher schreibe, aber nachdem vorher mein ganzer Post gelöscht anstatt veröffentlicht wurde, möchte ich nicht alles nochmals von vorne beginnen. Vor allem nicht bei dem schönen Wetter draussen. Ich weiss auch nicht wie ausführlich ich in den nächsten sieben Wochen berichten werde, da ich relativ wenig Zeit zwischen aus- und wieder einrücken habe. Zudem ist es sehr schönes Wetter in Schaffhausen im Sommer. Bitte hinterlasst doch einen Kommentar, ob das OK wäre, wenn in Zukunft alle Einträge in Stichwortartiger Form erscheinen würden!!! Dies gilt sowohl für die Mitarbeiter der SHKB sowie auch alle AdA (egal ob Frauenfeld oder Bière)!!! Danke.



Woche 13 Teil 2:
June 25, 2006, 13:36
Filed under: Uncategorized

Als Trost weil meine Posts gelöscht wurden hier die Stichwortartigen Notitzen die ich gemacht habe:

  • Mat. Kontr. INTAFF Fz
  • Puch Fahren
  • Velo retournieren und putzen
  • Packung erstellen für Verschiebung
  • Retablieren Kaserne
  • Helfen in der Küche
  • Servieren bei der Brevetierung
  • Ende der FGA!


Verdammte Scheisse!!
June 25, 2006, 13:35
Filed under: Information

Sorry Leute aber dieses verdammte scheiss Programm hat soeben meinen gesammten Post unwiederruflich gelöscht. Es kotzt mich ehrlich gesagt an, das ganze jetzt nochmals zu schreiben. Ich hoffe ihr seid nicht zu sehr entäuscht. Bitte entschuldigt auch meine vulgäre Sprache.